Wuschel-Hase und die Moonlight-Rats
Auffangstation aus Celle

Raven's Geschichte



Hallo! Mein Name ist Raven, ich weile leider ich nicht mehr unter den sterblichen, aber ich bin für einige unsterblich geworden.

Mein Frauchen nahm mich und zwei meiner Brüder am 26. Dezember 2012 bei sich auf. Als sie uns abholte, wusste ich noch garnicht so richtig was los war. Ich wohnte wie gehabt mit meinen Brüdern in einem Käfig, als sich plötzlich das Gitter öffnete und nach uns geschnappt wurde. Ich hatte etwas Angst.

Wir wurden unserem Frauchen auf dem Arm gesetzt und es wurde ihr gesagt, dass wir ganz schön quirlig und unruhig wären. Ich weiß garnicht warum das über uns gesagt wurde?! 
Als ich dann bei meinem Frauchen auf dem Arm saß, wurde mein Näschen von ihrem Geruch umweht und ein Gefühl der Liebe und des Schutzes stieg in mir auf. Es gefiel mir, wie sie mich hinter den Ohren kraulte.

Mein Frauchen und meine ehemalige Halterin unterhielten sich noch etwas bevor sie mit mir in diese komische Welt entschwand, die so komisch roch. Meine Brüder und ich haben uns zusammen in die Ecke der Box gedrückt, in der wir nun transportiert wurden.
Und was war das für ein Mensch, der bei meinem Frauchen noch mit bei war? Sie nannte sie Freundin, als sie uns abholte.

Unsere Heimfahrt war sehr lang, mein Frauchen meinte sie müsste mit uns noch ca. 2 Stunden Auto fahren. Ihre Freundin gab uns für die Fahrt noch Gurke mit.
Von der Fahrt haben wir aber nicht viel mitbekommen, denn sie war relativ ruhig und da wir wegen der Nervosität auch ziemlich ausgelaugt waren, schliefen wir die meiste Zeit.

In unserem neuen Zuhause angekommen setzte unser Frauchen uns in einen Käfig. Dieser roch frisch. Doch der Raum in den wir kamen roch nach anderen Tieren. Es roch nach Artgenossen und einem mir unbekannten Geruch. Einer meiner Artgenossen meinte dann, dass der unbekannte Geruch Hamster wären, vor denen wir keine Angst haben bräuchten. 
Wir gewöhnten uns schnell an den neuen Geruch und unserem Frauchen, denn sie streichelte immer so lieb über unsere Köpfe.


Nach einer Weile des Einzugs fühlte ich mich auf einmal sehr unwohl. 
Ich wurde dünn, schlapp und fühlte mich sehr kraftlos. Dies sah auch mein Frauchen. Als sie mich abtastete, verspührte ich einen Schmerz in meinem Hoden. Er war sehr dick und hart. Mein Frauchen fuhr mit mir an einen Ort, wo wieder so viele fremde Gerüche waren und auch so ein erdrückendes Gefühl. Zum Glück war Lucián mit dabei.
Mein Frauchen wurde in einen Raum gerufen, wo auch ein anderer Mensch eintrat. Und auch dieser Mensch tastete mich ab und wieder überkam mich der Schmerz.
Sie erzählte etwas davon, das ich einen Tumor hätte und das ich operiert werden müsste. Was meinte sie damit?

Am 7. Januar wurde ich wieder zu diesem Ort gebracht, zum Glück war Lucián wieder dabei, denn mein Frauchen ließ mich da alleine. 
Am nächsten Morgen wurde ich geweckt. Ich wurde in einen komischen Raum gebracht. In dem Raum bekam ich plötzlich einen stechenden Schmerz, denn sie haben mir etwas unter die Haut gespritzt. Aber ich konnte nicht großartig mit ihnen schimpfen, denn ich wurde auf einmal so dolle Müde, dabei wollte ich doch garnicht schlafen. 

Als ich wieder aufwachte, merkte ich so ein kribbeln und pieken an meinem Hoden. Es standen einige Menschen um ich herum, aber mir war zu schwummrig um zu begreifen, was hier passiert war. Nach einiger Zeit war ich dann wieder richtig wach und ich hatte so ein komischen Gefühl. Auch hatte ich so komische Fäden in meiner Haut. 
Zum Glück holte mich mein Frauchen endlich wieder ab und ich wollte ihr erzählen, was sie mit mir gemacht haben, doch sie hörte nur dem anderen Menschen zu.

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Kurze Info!
Bei einer Kastration wird eigentlich nur ein kleiner Einschnitt benötigt und der Hoden ploppt raus, doch bei Raven tat sich selbst durch vorsichtiges Drücken nichts. Beim Einschnitt kam schon "fester Eiter" raus, aber es folgte kein Hoden. Somit mussten sie den Einschnitt erweitern.
Beim freilegen des Hodens wurde festgestellt, das der Hoden nur noch Nekrotisch war und aus abgestorbenem Gewebe bestand, welches mit der ummantelnden Haut verwachsen war.
Eigentlich sollte Raven komplett kastriert werden, doch während der Behandlung wurde er langsam wach. Die Ärztin wollte bei seinem zuvor schon schwachen Zustand und dem hektisch Atmen beim Einschlafen, nicht erneut nachspritzen. Und da der andere Hoden nicht betroffen war, konnte er auch weiterhin drin bleiben.
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Nachdem das alles nun endlich vorbei war, fuhren wir auch endlich nach Hause. Ich hatte meinem Frauchen von all den schrecklichen Dingen erzählt die ich gesehen hatte. Und sie sprach mir zu, dass es endlich vorbei ist. Doch die folgenden Tage darauf gab sie mir immer so ein eckliges Zeug.
Und diese doofen Fäden in meiner Haut waren verdammt nervig, also zog ich sie raus, doch das war wohl verkehrt, denn mein Frauchen ließ mir neue rein machen. Und das tat sehr weh. Ich hatte geschrien und geschimpft, aber sie hörten nicht auf. Sechs Mal hatte sie mir in die Haut gestochen. Aber diesmal ließ ich die Fäden in Ruhe, bis der Mensch sie mir zog.



Einige Wochen vergingen und mir wurde wieder so schwummrig. Wir fuhren wieder zu diesem Ort und ich musste all das was geschehen war, wieder über mich ergehen lassen. Dieses Mal jedoch verlief alles schneller. Trotzdem war es ein Grauen für mich. Denn ständig musste mein Frauchen in mich rein pieken, da ich ständig so kleine gelbe Bläschen bekam, die mit Eiter gefüllt waren.




Es ist Mai und endlich ist alles vorbei was im Januar und März war. Ich hatte keine Bläschen und auch keine Fäden mehr. Doch warum ging es mir denn schon wieder so schlecht? Mein Wasser lassen tat so weh und auch die Farbe war nicht normal. - Ich hatte Blut in meinem Urin. Dies gefiel meinem Frauchen garnicht und auch ich fühlte mich schwach und schlapp.
Ich bekam wieder dieses eckelige Zeug, doch irgendwie schlug es dieses Mal nicht an.

Ich wurde schwächer, magerte ab, bis ich letztendlich einschlief und nicht mehr aufwachte. Mein Frauchen litt sehr unter meinem Verlust, doch sie weiß, da wo ich jetzt bin geht es mir besser.

Sie vermisst mich sehr und denkt oft an mich, so wie ich auch an sie denke.
Mach es gut mein liebes Frauchen!

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